Rückschau

„Requiem in C von Charles Gounod“ (2024)

Lee Stalder, Orgel
Leitung: Ekaterina Kofanova

Das Requiem in C ist das letzte vollendete Werk des berühmten französischen Komponisten Charles Gounod. Es ist ein beeindruckender und berührender Schwanengesang  des grossen Meisters, der in einer Fassung für Chor und Orgel von Zsigmond Szathmary erklungen ist. Die einzelnen Teile des Requiems wurden umrahmt durch ein Nunc dimittis von Charles Villiers Standford sowie von Orgelwerken französischer Komponisten der Romantik.

„Christmas Service of Lessons & Carols“ (2023)

Lee Stalder, Orgel
Leitung: Ekaterina Kofanova

Der Carol Service ist eine englische Weihnachtstradition; Weihnachtslieder wechseln sich mit Lesungen der Weihnachtsgeschichte ab. Organisation: St Ursula’s Anglican Church & the Bruder Klaus Roman Catholic Church

Most churches in the United Kingdom and Ireland hold carol services in the weeks leading up to Christmas. The service usually consists of hymns about Christmas and readings from the gospels telling the Christmas story.

„L’Invitation au voyage“ (2023)

Bayan Kozhakhmetova, Klavier
Leitung: Ekaterina Kofanova

Der Berner Motettenchor lädt in seinem neuen Sommerprogramm zu einer Reise durch verschiedene Länder, Landschaften und musikalische Stile ein. Wie immer ist es uns ein Anliegen, eher weniger bekannte Perlen aus den weiten Meeren des Chorrepertoires herauszufischen. Diesmal stehen Werke der französischen Komponisten im Focus, Originalwerke sowie Bearbeitungen, die erst kürzlich im Druck erschienen sind.

Eine frühlingshafte bzw. frühsommerliche Stimmung durchzieht das Programm. Es ist voller Farben, Düfte, Blumen, Vogelgezwitscher – ein wahrer Lobgesang auf die Natur, ihren Schöpfer und die Liebe, der bereits am Anfang in den Werken von Massenet und Saint-Saëns erklingt. So schön der Frühling aber sein mag: er weckt auch die Sehnsucht nach einer Veränderung , einem unbekannten Land, einem neuen Glück. All das findet sich in den romantischen Gedichten und ihren wunderbaren Vertonungen wieder. So schafft H. Duparc in seinem Lied „L’Invitation auf voyage“, das dem Programm den Titel geliehen hat, mit erlesenen Ausdrucksmitteln eine schimmernde, geheimnisvolle Atmosphäre, die an Landschaftsbilder seines berühmten Zeitgenossen Claude Monet erinnert. Auch E. Elgar malt eine schöne Kulisse mit Sommernacht und Mondschein für seine bezaubernde Spanische Serenade.

Das Meer spielt in der romantischen Musik und Kunst eine grosse Rolle, es bringt einerseits das Versprechen, hinter dem Horizont noch unbekannte Ufer zu entdecken. Das Naturelement ist aber dem Menschen nicht immer freundlich gesinnt. Oft birgt es neben der ganzen Faszination auch Gefahren und trennt Menschen von ihren Liebsten, anstatt sie ihnen näher zu bringen. Dieses Bedrohliche, Befremdliche hat B. Britten in seiner Musik – es erklingt ein Fragment aus der Oper „Peter Grimes“ – eindrucksvoll eingefangen.

Das Ziel der musikalischen Reise ist Venedig , eines der beliebtesten Reiseziele seit eh und je. Man gönnt sich eine Gondelfahrt durch die Lagune und lässt im bunten Karnevalstreiben mit den schwungvollen Liedern von G. Rossini alle Sorgen verschwinden.

„Alte und neue Lobgesänge“ (2023)

Gunta Smirnova, Sopran
Lee Stalder, Orgel
Leitung: Ekaterina Kofanova

Es gibt in der Geschichte Themen, Gestalten oder auch Texte, mit denen sich Komponisten und Künstler seit Jahrhunderten auseinandersetzen und die bis heute noch ihre Bedeutung als Inspirationsquelle und Grundlage für immer neu Musik- und Kunstwerke nicht verloren haben. Eine solche Quelle ist zweifelsohne die Bibel; ihre Texte werden immer wieder aufs Neue reflektiert, interpretiert, vertont.

In diesem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne gestaltet der Berner Motettenchor sein neues Programm. Vertonungen biblischer und anderer geistlicher Texte aus der Renaissance und Romantik stehen zeitgenössischen Kompositionen gegenüber: jeweils ein „altes“ und ein „modernes“ Werk über den gleichen Text im direkten Dialog miteinander. Aus der schier unendlichen Fülle an Chorrepertoire hat man dafür einerseits einige Psalmen ausgewählt und andererseits Gesänge, die der Jungfrau Maria gewidmet sind. Stilistisch reicht die Bandbreite von den wichtigsten Vertretern der Renaissance und des Frühbarocks (Palestrina – Sweelink – Monteverdi) über die Klassik (Mozart) und Romantik (Elgar) bis hin zu den zeitgenössischen Komponisten aus den Baltischen Staaten, Norwegen und Grossbritannien.

Der Schwerpunkt auf der Musik aus Nordeuropa wurde nicht nur durch das allgemeine Interesse an der geschätzten und hochqualitativen Chorkultur in diesen Ländern bestimmt. Den Anlass zu diesem konkreten Programm hat die Zusammenarbeit mit der lettischen Sopranistin Gunta Smirnova gegeben.

„Wer zwitschert denn da?“ (2022)

Regula Schwaar, Violine
Leitung: Ekaterina Kofanova

Tierlaute und insbesondere Vogelgezwitschert haben Komponistinnen und Komponisten in allen Epochen immer wieder dazu animiert, jene musikalisch ertönen zu lassen. Unter den Vögeln war die Nachtigall mit ihrem strophenreichen Gesang äusserst beliebt. Aber auch ein Huhn, das „wortreich“ sein Ei legt, ist Teil dieses Programms. Was genau die Eule aus Suffolk als diese auszeichnet, bleibt uns allerdings verschlossen.

„Musikalische Grussadresse anlässlich der 600+1-Jahre Jubiläumsfeier des Berner Münsters“ (2022)

Simon Fluri, Saxophon
Leitung: Ekaterina Kofanova

Das Programm umfasst eine Zeitspanne von beinahe fünf Jahrhunderten und vereint geistliche Chorwerke von Komponisten aus vier christlichen Konfessionen – reformierten, katholischen, russisch-orthodoxen und anglikanischen. Bei aller Unterschiedlichkeit in der Gestaltung der Liturgie, ihrer Sprachen und Riten spielen Psalmen in allen diesen Traditionen eine besondere Rolle. 

J.P. Sweelinck, einer der einflussreichsten Organisten und Komponisten seiner Zeit, vertonte als Krönung seines Lebenswerkes das Genfer Psalter. Er komponierte als Gegenpart dazu eine Sammlung lateinischer Motetten, zu denen auch die Vertonung des 95. Psalms zählt, die unser Programm eröffnet. Zu seinen Lebzeiten hoch geschätzt, gerieten seine Vokalwerke später völlig unverdient in Vergessenheit.  Ein ganz anderes Schicksal hatte das Werk von G. Palestrina: Bis ins 19. Jahrhundert hinein galt es als das Ideal einer harmonischen, in all ihren Parametern ausgewogenen polyphonen Schreibweise. Seine Motette „Sicut cervus“ ist ein wunderbares Beispiel für diesen scheinbar schlichten, aber höchst kunstvollen Stil.

Als der russische Kaiser Peter der Grosse das Land Richtung Westen geöffnet hatte, bedeutete es für alle Bereiche tiefgreifende Veränderungen, auch für die Kirchenmusik. Zwar durften in der Kirche nach wie vor nur menschliche Stimmen erklingen, die Vorbilder wurden aber nicht mehr in der byzantinischen Tradition, sondern in der europäischen Musik gesucht. D. Bortniansky, der Begründer der klassischen russischen Kirchenmusik, studierte zwar Komposition in Italien, offenbarte aber in seinem Schaffen immer eine tiefe Verbundenheit mit der russischen und der ukrainischen Gesangstradition. 

Zu den Höhepunkten der russisch-orthodoxen Kirchenmusik im 20. Jahrhundert zählen zweifelsohne Werke von P. Tschesnokov mit ihrer ganz besonderen atmosphärischen Klanglichkeit. Ihnen gegenüber stehen am Ende des Programms Kompositionen aus England, u.a. eine schwungvolle Psalmvertonung von Karl Jenkins – eines der am häufigsten aufgeführten Komponisten der Gegenwart. 

„The Peacemakers“ (2021)

Claudia Tesorino, Saxophon
Maria Minarova, Klavier
Leitung: Ekaterina Kofanova

Die Friedenskirche wurde 1920 nach dem 1. Weltkrieg eingeweiht und sollte als Mahnmal für Frieden und Völkerverständigung dienen. Das Konzertprogramm wurde für die 100-Jahr-Feier konzipiert und befasste sich mit den Themen Krieg und Frieden, Leben und Tod, Angst und Hoffnung.

Werke für Chor und Saxophon bilden in der Musik eher eine Rarität. Umso mehr freuten wir uns, dem Publikum zusammen mit der Berliner Musikerin Claudia Tesorino etwas Besonderes bieten zu können. Beim Werk „Being Peace“ des amerikanischen Komponisten Russell Peterson über einen Text des buddhistischen Mönchs Thich Nhat Hanh (verstorben 22.01.2022) handelte es sich nach unserer Kenntnis sogar um eine Schweizer Erstaufführung. 

„Love is a Sickness“ (2021)

Ana Oltean, Flöte
Leitung: Ekaterina Kofanova

Das Programm handelte mit einem Augenzwinkern von der Liebe und spannte den Bogen von der Renaissance bis in die Neuzeit. In einen natürlichen Ablauf eingebettet, begann es mit einem Morgengruss „Bonjour mon Coeur“, durchlebte einen erfüllten, emotionsgeladenen und gedankenvollen Tag und schloss mit zwei Abendliedern: Ein in gedämpften Tönen gehaltenes, atmosphärisches Klangbild der Dämmerung in der Abendszene von E. Elgar gefolgt vom verliebten Geflüster in einer herrlichen Mondnacht von C. Saint-Saëns.

Was kann die menschlichen Gefühle besser wiedergeben, als menschliche Stimmen? Als eine Stimme der Natur wob sich eine Flöte ins Programm ein. Bei einer Flöte funktioniert es buchstäblich so, dass der menschliche Atem direkt in Töne verwandelt wird. Eine Flöte kann singen, seufzen, jubeln, aber auch wunderbar Naturtöne oder Vogelstimmen nachahmen. Die Flötistin Ana Oltean improvisierte zu und zwischen den Chorstücken. So traten ihr Instrument und die Chorstimmen in einen lebhaften Dialog. Als Solostücke erklangen Teile aus dem Zyklus  „Les Chants de Nectaire“ vom französischen Komponisten Charles Koechlin.

„Missa Choralis“, Franz Liszt (2019)

Lee Stalder, Orgel
Leitung: Ekaterina Kofanova

Vielschichtig und voller Gegensätze ist nicht nur das Leben von Franz Liszt, sondern auch sein Werk. Darin spiegelt sich eine schillernde Persönlichkeit: gefeierter Klaviervirtuose, Lebemensch und vielgereister Weltbürger auf der einen Seite. Auf der anderen Seite zeigte Liszt seit seiner Kindheit einen starken Hang zum Katholizismus und erwog in jungen Jahren, Priester zu werden. Ab 1861 liess er sich für einige Jahre in Rom nieder, wo er ein teils mondänes, teils mönchisches Leben führte, sich mit dem Papst Pius IX befreundete und 1865 die niederen Weihen erhielt. Er studierte intensiv die Geschichte der Kirchenmusik und insbesondere Palestrina, dessen Musik er verehrte. In diesen Jahren entstand eine ganze Reihe von religiösen Kompositionen und kirchenmusikalischen Werke, darunter die Missa Choralis.

„Horch im See die Wasserfee“ (2019)

Daria Korotkova, Klavier
Leitung: Ekaterina Kofanova

Werke von Johannes Brahms, Josef Gabriel Rheinberger, Heinrich von Herzogenberg, Frédéric Chopin

Nur selten bleiben die Romantiker bei den Naturbildern allein.  Vielmehr werden diese Landschaften zum  Ausgangspunkt, zur Umrahmung oder auch zum Kontrapunkt zu einem menschlichen Ich, werden Zeugen der Liebespein, der Sehnsucht, der Einsamkeit. Manchmal erstrahlen die Himmel auch helle und klar (Brahms, Op. 112, Nr. 3), wenn sich der Mensch und die Natur in einem allumfassenden Glücksgefühl vereinen. In den Werken von Johannes Brahms und seinen Zeitgenossen Rheinberger und Herzogenberg begegnen wir auch anderen Lieblingsthemen der Romantik: dem Zauber der Nacht, zauberhaften Gestalten aus alten Märchen, wie die Wasserfee oder sogar den namenlosen Spuckgestalten, die nächtens ihr Unwesen treiben. Zu den Höhepunkten des Programms gehört das Quartett „An die Heimat“ von Brahms. In diesem Meisterwerk gelingt es dem Komponisten den unsteten Wandel fern der Heimat und die Sehnsucht nach einem sicheren Hafen fast greifbar in Tönen darzustellen, indem er die Stimmen zunächst scheinbar ziellos durch verschiedene, weit von einander entfernte Tonarten wandern lässt, bevor sie bei den Worten „freundliche, schützende, liebende Heimat“  zu einem harmonischen, beinahe verklärten Miteinander finden.

„Zink statt Zank“ (2018)

Josué Meléndelez, Zink
Leitung: Ekaterina Kofanova

Werke von Melchior Franck, Giovanni P. da Palestrina, Giovanni Maria Nanino, William Byrd,  Andrés Flores, Ludwig Senfl, Thoinot Arbeau, Francisco Guerrero, Emilio de‘ Cavalieri

Oft kann keine strenge Grenze zwischen der weltlichen und der geistlichen Sphäre gezogen werden. Stellvertretend für unzählige, nach demselben Prinzip komponierte Werke steht Fortuna / Virgo prudentissima des schweizerischen Komponisten Ludwig Senfl, wo eine populäre weltliche Melodie (eine Art „Schlager“ der Renaissance) zeitgleich mit einer kunstvollen Bearbeitung des gregorianischen Chorals erklingt, wobei beide Melodien sogar ihren Text behalten! Der Text Virgo prudentissima schlägt den Bogen zu dem Hohen Lied der Liebe mit seiner Spannung zwischen der sinnlichen, „weltlichen“ Liebe und ihrer mystischen Umdeutung in der Christlichen Tradition. Über Jahrhunderte hinweg inspirierte das Hohe Lied Komponisten aus verschiedenen Ländern (in unserem Programm John Dunstable aus dem noch mittelalterlichen England, Giovanni Pierluigi da Palestrina aus Italien der Hochrenaissance und der Deutsche Melchior Franck aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs) zu besonders schönen, harmonischen und lebhaften Vertonungen.

„Nur ein günst’ger Augenblick (2018)

Wieslaw Pipczinski, Akkordeon
Leitung: Ekaterina Kofanova

Werke von Joseph Hayden, Darius Milhaud, Othmar Schoeck, Edward Elgar, Franz Schöggl

„Nur ein günst’ger Augenblick“ – so der Titel des ersten der vier dargebotenen Lieder von Joseph Hayden – lud die Zuhörenden ein, in ein musikalisches Potpourri voller Ironie und Witz aber auch voller Sehnsucht nach fernen Ländern und malerischen Landschaften einzutauchen. Als Vorlage für die fünf Miniaturen des französischen Komponisten Darius Milhaud galten die symbolhaften Betrachtungen von Rainer Maria Rilke, der zu dieser Zeit im Wallis gelebt hat. Mit Othmar Schoecks im Volkston gehaltenen kleinen Meisterwerken grüsst die Nordostschweiz während Edward Elgar die Gedichte seiner Ehefrau über das Bayrische Landleben poetisch vertont hat. So wie das Konzert mit Ironie und feinem Humor begonnen hat, endete es mit der allseits bekannten Forelle von Franz Schubert, nach einem Gedicht von Wolfgang Goethe, die der Komponist Franz Schöggl auf einem Blitz-Trip durch verschiedene Musikstile schwimmen lässt, durch klassische, romantische sowie südliche und nördliche Gewässer.

„Anmut und Schwermut“ (2017)

Olga Mischula, Hackbrett
Leitung: Ekaterina Kofanova

Werke von Cesar Cui, Alexander Gretschaninow, Sergej Tanejew, Alexander Alibajew, Paul Hindemith, Laurence Traiger, Thomas Thomkins, Ralph Vaughan Williams, Russische Volkslieder

Mit unserer Dirigentin Ekatarina Kofanova und der Instrumentalistin Olga Mishula haben wir zwei aussergewöhnliche Frauen aus Weissrussland für dieses Konzert gewinnen können. Und wir sind glücklich, dass unsere Dirigentin Chorlieder aus ihrer Heimat mitgebracht hat. Der Motettenchor nimmt sich der Herausforderung der russischen Sprache gerne an, zumal es sich um wunderschöne, ausgesprochen ausdrucksvolle Kompositionen handelt.
Den Gegenpol dazu bilden die „Six Chansons“ von Paul Hindemith über die original franzö-sischen Gedichte von Rainer Maria Rilke. In diesen kurzen musikalischen Aphorismen zeigt der Komponist sein ganzes Können, indem er mit ganz schlichten Mitteln ein raffiniertes Tongewebe entstehen lässt, das der einzigartigen poetischen Sprache Rilke‘s zu noch grösserem Ausdruck verhilft.  Als eine Hommage an das „goldene Zeitalter“ der Englischen Vokalmusik der Renaissance sind die „Three Elizabethan Part-Songs“ von Ralph Vaughan Williams zu verstehen, u.a. eine Vertonung des berühmten „Willow Song“ aus Shakespeare’s „Othello“. Umrahmt werden diese Lieder durch zwei Originalkompositionen aus der Spätrenaissance: Madrigale von Thomas Tomkins, einem Schüler von William Byrd.

„Motetten rund um Bach“ (2017)

Manuela Roth, Orgel
Gabriel Wernly, Violoncello
Leitung: Ekaterina Kofanova

Werke von Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Philipp Kirnberger, Johann Ludwig Bach, Gottfried August Homilius

Motette könnte man als Überlebenskünstlerin unter den Musikgattungen bezeichnen. Sie hat vom Mittelalter bis zur Spätromantik und Moderne überdauert. Zwar musste sie zeitweise in den Hintergrund treten, blieb aber stets eine wichtige und kunstvolle Form der geistlichen Vokalmusik. Oft wurden biblische Texte vertont, darunter spielen Psalmvertonungen eine besonders wichtige Rolle. Jede Epoche interpretiert diese Texte in ihrer eigenen Tonsprache, und die Motette bietet in ihrer Flexibilität und Vielseitigkeit eine ideale Ausdrucksform dafür.

„Poesia y Pasion“ (2016)

Mathilde Chiappone, Gitarre
Leitung: Ekaterina Kofanova

Im Mittelpunkt des Konzertes standen Lorcas Zigeunerromanzen „Romancero Gitano“, die der Italiener Mario Castelnuovo-Tedesco in der Tradition des andalusischen Flamencos vertont hat – in der eher ungewöhnlichen Besetzung für Chor und Gitarre. Weiter erklangen Werke von Domenico Maria Ferrabosco (1513-1574), Adrian Willaert (1490-1562), Jaques Arcadelt (1507-1568), Claudio Monteverdi (1567-1643) Florent Schmitt (1870-1958), Jaques Chailley (1910-1999) und Vincent d’Indy (1851-1931).

„Eripe me – Errette mich“ (2015)

Heinz Balli, Orgel
Leitung: Ekaterina Kofanova

Das zweite Konzert im Jubiläumsjahr widmete der Berner Motettenchor der deutschen und englischen Chormusik mit Orgel des 19. und 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Heinz Balli – dem Gründer des Chors – erklangen Werke von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901), Philipp Wolfrum (1854-1919), Herbert Howells (1892-1983), Charles Villiers Stanford 1852-1924) und Edward Elgar (1857-1934).

Hörst du nicht die Bäume rauschen (2015)

Kirill Zwegintsow, Klavier
Leitung: Ekaterina Kofanova

Der Berner Motettenchor feierte sein vierzigjähriges Bestehen und schwelgte im Frühsommer in romantischen Melodien mit Werken von Robert Schumann, Fanny Hensel, Heinrich von Herzogenberg, Johannes Brahms und Benjamin Britten.

Adieu, Sweet Amaryllis (2014)

Diogo Rodrigues, Laute
Leitung: Ekaterina Kofanova

Der Berner Motettenchor machte einen Abstecher ins England des „Goldenen Zeitalters“ unter Königin Elisabeth I. und wird Zeuge der dramatischen Folgen von Amors Pfeilen: Thomas Morley, John Wilbye, Thomas Robinson, John Dowland, Thomas Tomkins, John Bennett, Michael East

Berner Trouvaillen (2014)

Christoph Borter, Gitarre
Leitung: Daniel Beriger

Es gelangen Werke zur Aufführung aus Renaissance, Barock und Moderne von Komponisten, die in Bern geboren sind oder hier gewirkt haben: Arthur Furer, Franz Tischhauser, Johann Ulrich Sulzberger, Edward Stämpfli, Johannes Wannenmacher, Cosmas Alder. Der Solist Christoph Borter spielte Kompositionen von den beiden zeitgenössischen Berner Künstlern Tomas Sauter und Giancarlo Nicolai. Von ihm gelang das Werk „Rhein“ zur Uraufführung.

Mendelssohn & Charrière (2013)

Thomas Leutenegger, Orgel
Leitung: Daniel Beriger

Geistliche Werke von Felix Mendelssohn, Johannes Brahms und Caroline Charrière.

Chansons, Canzoni, Canzuns (2012)

Ricardo Parrino, Klarinette
Leitung: Daniel Beriger

Es erklangen Lieder von Paolo Bellasio bis Orlando di Lasso, von Antonin Dvorák bis Gion Antoni Derungs. Der Solist Ricardo Parrino intonierte Werke von Ilse Fromm-Michaels für Klarinette solo.

Romantische Spurensuche (2012)

Kirill Zwegintsov, Klavier
Leitung: Daniel Beriger

Lieder von Antonin Dvorák, Johannes Brahms, Max Reger, John Gardner

Missa Choralis von Franz Liszt (2011)

Benjamin Righetti, Orgel
Leitung: Daniel Beriger

Zum 200. Geburtstag von Franz Liszt erklangen die Missa Choralis sowie Werke von Arthur Furer, Bernard Reichel u.a.

Dolceamaro (2010)

Fredy Zaugg, Patrick Bader, Thomas Kocher, Klarinetten
Leitung: Daniel Beriger

Sechs Notturni von W.A. Mozart, Werke von Caroline Charrièrre, Madrigale von Gesualdo, Marenzio, de Rore, Morley u.a.

Antonin Dvorák:
Messe in D (2009)

Jürg Brunner, Klavier (2009)
Leitung: Brigitte Scholl

Zur Umrahmung eines Gottesdienstes erklangen ausgewählte Sätze aus der Messe in D, Opus 86 sowie die Motette „Vivo ergo, dicit Dominus“ von Alonso Lobo.

Benjamin Britten:
A Ceremony of Carols (2008)

Ein Kranz von Lobechören für gemischten Chor und Harfe

Ursula Holliger, Harfe
stv. Leitung: Matthias Kuhn

Die engelhaft-sphärisch mutenden Weihnachtslieder von Benjamin Britten (1942) wurden von acht Motetten unterschiedlicher Komponisten des 15. und 16. Jahrhunderts umrahmt.

Im Röseligarte (2008)

Für das 100-Jahr-Jubiläum der Liedersammlung hat Hans Martin Stähli im Auftrag des Zytglogge Verlags die Lieder neu arrangiert. Er greift dabei auch auf ursprüngliche Formen der Liedbegleitung zurück. So gibt es manch altvertrautes Älpler-, Scherz- oder Liebeslied in archaisch ungewohnten Klängen neu zu entdecken. Wieslaw Pipczynski bereichert die Lieder auf seinem Akkordeon.

Röseligarte-Lieder interpretiert vom Berner Motettenchor auf CD Verkauf beim Zytglogge Verlag, im Musik- und Buchhandel, durch die Chormitglieder

Kostproben aus dem Programm:

Der Meien isch kommen u das isch ja wahr
Es isch kei sölige Stamme
Un uf der Wält si kener Lüt
Bin albe e wärti Tächter gsi
Es Burebüebli ma-n-i nid
Stets i Trure mues i lebe
Anneli, wo bisch geschter gsi
S isch äbe e Mönsch uf Ärde
Gueti Nacht, mis Liebeli
Schönster Abestärn
Es taget vor dem Walde
Es sin esmal zwo Gspili gsy
Wenn ig es Burechätzeli wär
Es chunnt mer gäng es Häseli
Ich ging emale bei der Nacht
Ds Bättelfräuli wollte fechten gehen
I ds Elsis abe wott e Floh
Lueget, vo Bärgen und Tal

Liebelei und Laute (2007)

Liebeslieder aus der Renaissance mit Bernhard Wullschleger, Laute

Von Sehnsucht und Glück, Sinnlichkeit und Schmerz erzählen die Madrigale in diesem Konzert. In ausdrucksvollen Stimmungsbildern bringen die Komponistinnen und Komponisten der Renaissance die feinen Zwischentöne der Liebe zum Klingen: mal ernst und klagend (Gesulado), mal spöttisch und derb (di Lasso), mal poetisch und erotisch (Dowland).
Zum Solisten

Bernhard Wullschleger liess sich in Bern und Neuchâtel zum Gitarristen und Lautenisten ausbilden. Als Mitglied von Kammermusik- Ensemblen ist er immer wieder auf Konzertreisen
in Europa, Nord- und Südamerika unterwegs. Er ist Dozent an der Pädagogischen Hochschule Bern.

Himmel auf Erden (2006)

Orgel: Emmanuel Le Divellec
Leitung: Hans Martin Stähli

Gustav Theodore Holst: Masters in this Hall
Francis Poulenc: Litanies a la Vièrge Noire für Frauenchor und Orgel
Francis Poulenc: Vier Weihnachtsmotetten a capella
O magnum mysterium
Quem vidistis pastores
Videntes stellam
Hodie Christus natus est

Europäische Weihnachtslieder und Orgelimprovisationen

Befanata (Italien)
Het was een maged uitverkoren (Holland)
Les Bergerettes (Frankreich)
D’où viens-tu, bergère (Frankreich)
Ziemas svétki (Lettland)
Hej, hej, povim vam (Tschechien)
Kommet, ihr Hirten (Böhmen)
Canso de Nadal (Katalanien)
Dry Koningen, groot van macht (Holland)
The holly and the ivy (England)
Good Christian men, rejoice (England)

Gustav Theodore Holst: Personent hodie
Emmanuel Le Divellec

1966 in Paris geboren und dort aufgewachsen, wandte sich nach abgeschlossenem Physikstudium der Musik zu. Er studierte Orgel in Paris und Basel (Guy Bovet). Seit 2000 ist er Organist an der Französischen Kirche und Dozent an der Hochschule der Künste Bern. Ausserdem unterrichtet er Improvisation an der Schola Cantorum Basiliensis. 2005-2006 war er Gastprofessor an der Universität Mainz.

Wikipedia-Eintrag zu Emmanuel Le Divellec

Stimmentanz (2006)

April 2006, Französische Kirche Bern

Mai 2006, Elisabethenkirche Basel

Mai 2006, Kupferschmiede Langnau

Ein Gewebe aus Klang und Bewegung: Der Berner Motettenchor und der Basler Musiker und Tänzer Franz Frautschi spannen für drei Konzerte zusammen und präsentieren Werke von Rautavaara und Pärt (mit Choreografie) sowie von Senfl, Tschaikowsky und Scarlatti.

Für das „Stimmentanz“-Konzert tanzt Franz Frautschi erstmals zu Chormusik: Im Auftrag des Berner Motettenchors hat er zu je zwei Werken von Arvo Pärt und Einojuhani Rautavaara Choreografien gestaltet.

Begleittext zu theologischen und künstlerischen Hintergründen des Programmes:
„Tanzend auf(er)stehen zum Licht“ von Hans Ueli Egli (PDF, 32 KB)
Programm:

Einojuhani Rautavaara: I Katisma
Ludwig Senfl: Die sieben Worte des Erlösers am Kreuz
Einojuhani Rautavaara: Avuksihuutopsalmi / Psalm of Invocation
Domenico Scarlatti: Te gloriosus
Arvo Pärt: Summa
Peter Iljitsch Tschaikowski: Fünf Chöre zur Crysostomos-Liturgie
Arvo Pärt: Dopo la Vittoria

Irish Concert (2005)

Oktober 2005, Kupferschmiede Langnau
November 2005, Schloss Münchenwiler

Die irische Sängerin Shirley Grimes und der Berner Motettenchor spannten zwei Konzerte lang zusammen und liessen verschiedene Aspekte irischer Musikkultur aufeinander treffen: Klassische Folksongs begegneten mehrstimmig gesetzten «Irish Traditionals» von Michael Mc Glynn (*1964), irische Renaissance-Kompositionen von Thomas Bateson (1570-1630) und John Farmer (1570-16??) wurden Bearbeitungen im Madrigalstil von Ralph Vaughan Williams (1872-1958) gegenübergestellt.
Bach & Byrd – Gesang & Gambe (2004)

Oktober 2004, Reformierte Kirchen Amsoldingen und Langnau

William Byrd: Mass for five voices
Johann Sebastian Bach: Choräle

Mit Regina Hänni, Gambe, und
Margrit Lang, Textilinstallationen (Seven Shelters, in Amsoldingen)
laus und leise (2004)

Januar 2004 – Naturhistorisches Museum Bern

Tierische Chorwerke
Franz Tischhauser „Das Nasobem“
Edwin Peter „Ungeziefer-Suite“
Josquin Desprez „El grillo“ u.a.

Bildergalerie zum Konzert
Besucherstimme zu „laus und leise“

„Der Floh oder die Grille (beide sehr gut interpretiert) haben schliesslich zum eigentlichen Höhepunkt des Konzertes geführt, zu den Kompositionen von Tischhauser. Danke für den Solopart der „Schleiche“, das war sehr fein und trotz schlechter Akustik ausgewogen. (…)

Bitte, macht weiter so mit Euren fröhlichen Liedprogrammen. Damit seid Ihr eine Ausnahme unter den vielen Chören in Bern.Wir möchten noch weitere solche Anlässe des Motettenchors besuchen können.“

A. und P. K.
Bolligen